Düsseldorf, 22.3.2025. Schon heute kommt KI in der Patientenversorgung in Krankenhäusern und Arztpraxen zum Einsatz, insbesondere in Bildgebung, Diagnostik und bei der Dokumentation. Der technologische Fortschritt wird diese Entwicklung weiter beschleunigen. "Umso wichtiger ist es, Kompetenzen im Umgang mit KI-Anwendungen in der Medizin in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung angemessen zu vermitteln", erklärt der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Sven Dreyer. "Wir wollen dafür nicht nur unsere eigenen Gremien in die Pflicht nehmen, sondern appellieren auch an Universitäten und Anbieter von ärztlichen Fortbildungen, entsprechende Curricula und Module zu entwickeln." Außerdem müsse verhindert werden, dass die zunehmende KI-Unterstützung in Diagnostik und Therapie zu einem Kompetenz- und Kontrollverlust bei den Ärztinnen und Ärzten führe, warnte Dreyer und verwies auf eine Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer von Ende Februar.
KI hat demnach das Potenzial, Diagnostik und Therapie zu optimieren und Fachkräfte zu entlasten. Doch sie berge auch Risiken: So sei nicht immer nachvollziehbar, welche Daten einer Anwendung zugrunde liegen und möglicherweise Ergebnisse verzerren. Zudem neigten Large Language Models wie ChatGPT zum Halluzinieren. Die Ergebnisse von KI-Anwendungen müssten mithin stets kritisch hinterfragt und einer Plausibilitätsprüfung unterzogen werden, mahnt der Wissenschaftliche Beirat. Sein Fazit: KI kann die ärztliche Tätigkeit unterstützen, aber die Verantwortung für Diagnostik, Indikationsstellung und Therapie ist stets ärztliche Aufgabe.
Bei der heutigen (22.3.25) Kammerversammlung der nordrheinischen Ärzteschaft widmete die Kammer dem Zukunftsthema "KI in der Medizin" einen eigenen Tagesordnungspunkt.
ÄkNo
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