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Mail aus Düsseldorf

08.05.2024 Seite 10
RAE Ausgabe 6/2024

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 6/2024

Seite 10

Elif Beyza Saritas © privat

Mitte November 2023 bin ich nach fünf Jahren recht theoretischem Medizinstudium in mein letztes Studienjahr, das sogenannte Praktische Jahr (PJ), gestartet. Hierbei sollen angehende Ärztinnen und Ärzte ein Jahr lang in drei Fachbereichen (Innere Medizin, Chirurgie, Wahlfach) praktische Fähigkeiten erlangen und sich in den ärztlichen Arbeitsalltag einfinden. Dabei dürfen sie – zumeist unter Aufsicht – in vielen Fällen bereits ärztliche Aufgaben übernehmen.

Schon vor dem zweiten Staatsexamen hatte man die Möglichkeit, sich hinsichtlich der Reihenfolge der Fächer, dem Wahlfach sowie der Kliniken, in denen man das PJ verbringen möchte, zu entscheiden. Ich begann in der Inneren Medizin, da ich hierin ein gutes Fundament für mein restliches PJ gesehen habe. Kurzum: Mein Start in der internistischen Notaufnahme glich einem Sprung ins kalte Wasser. Doch die Lernkurve war steil. Während es mir anfangs etwas schwerfiel, mich in den Krankenhausalltag einzufinden, konnte ich am Ende bereits eigene Patienten betreuen. Darauf folgten die internistische Intensivstation sowie einige Wochen in der Hämato-Onkologie, die mir erneut zeigten, wie facettenreich und spannend die Arbeit als Internistin ist. Aus meinem ersten Tertial nehme ich jedenfalls viele wichtige Skills mit in mein zukünftiges Berufsleben, von der körperlichen Untersuchung bis hin zum Anlegen eines ZVKs.

Die Zeit seit Beginn des PJ vergeht wirklich wie im Flug. Mittlerweile bin ich bereits in mein zweites Tertial, mein Wahlfach Dermatologie, gestartet. Hier erhalte ich zwischen Ambulanz, Station und OP wichtige Einblicke in Erkrankungen des größten menschlichen Organs, der Haut. Ich freue mich, das im ersten Tertial gelernte ärztliche Handwerk anwenden und hier weiter ausbauen zu dürfen. Es erscheint mir surreal, dass bereits in einigen Monaten meine Zeit als Medizinstudentin endet. Vorher muss ich aber noch das dritte Staatsexamen bestehen!
Wie erlebt Ihr das Studium der Humanmedizin? Schreibt mir auf medizinstudium(at)aekno.de.